Mein Interview für Anna Schiller Art in ihrem Blog "Frauen in der Kunst"

Yelizavyeta repräsentiert eine neue Ansicht

"Es gibt unzählige Persönlichkeiten, inspirierende Künstler und verborgene Schätze, die man täglich entdeckt und von denen man viel lernen kann. Der Künstleraustausch untereinander ist dabei unverkennbar und auch mir persönlich sehr wichtig. Jeder von uns hat seinen eigenen Stil und seine eigene Persönlichkeit auf der Leinwand und trotzdem verbindet uns eins: Kunst.

 

Kürzlich wurde ich auf eine besondere Künstlerin aus Berlin aufmerksam.
Yelizavyeta – bekannt für ihre abstrakten und figurativen Darstellungen. Die Werke der gebürtigen Ukrainerin zeichnen sich vor allem durch kontrastreiche, dynamische Farben und realistisch gemalte Gesichter ab, was man vor allem in ihrer aktuellen Bildserie POSTER GIRL zu sehen bekommt.


In einem Interview durfte ich sie kennenlernen mehr über ihren Weg, ihre Vision und ihre Inspiration zur Kunst erfahren. Eine interessante Künstlerin und faszinierende Frau." (Anna Schiller Art www.annaschillerart.com)

Yelizavyeta´s Kunstreise

 

Anna: Wie würdest du deine bisherige Reise als Künstlerin beschreiben?

 

Yelizavyeta: Ich habe in der Ukraine ein Kunstausbildung und später in Deutschland ein Wirtschftsingenierwesen-Studium absolviert und habe im täglichen Leben immer wieder gemalt und habe nebenbei meine eigene Website gestaltet. Dann kam über Facebook die erste Anfrage und ich hatte plötzlich die erste Möglichkeit in einer Galerie ein paar meiner Werke auszustellen. Das war ziemlich aufregend, so habe ich auch meine erste Arbeit verkauft. Danach war ich zwei Wochen in Venedig mit der nächsten Ausstellung. Ich kam schnell mit einer anderen Galeristin in Kontakt und zwei Monate später habe ich meine Soloausstellung gemacht.

 

Anna: Du hast ja anfangs noch neben dienen ganzen Ausstellungen gearbeitet. Wie war es Job und Kunst unter einen Hut zu bekommen? Wie würdest du deine bisherige Reise als Künstlerin beschreiben? 

 

Yelizavyeta: Einfach war es nicht, ich habe neben meinem Job parallel noch Nachtschichten zu Hause geschoben. Es war wie eine Art doppeltes Leben, doch dieser positive Stresslevel hat mir Spaß gemacht! Dann kam meine erste Soloausstellung, die halb ausverkauft war. Das hat mich so gepusht, dass ich entschied noch weiter zu gehen. Nach den ersten Messen und meiner ersten Print Edition habe ich festgestellt, dass es sinnvoll ist mich nur noch auf meine Kunst zu fokussieren. Ich habe meinen alten Job aufgegeben und arbeite schon seit einem Jahr nur noch an meiner Kunst. Ich hatte das Gefühl ich muss diesen Weg gehen, auch wenn es sehr viel Kraft und Eigeninitiative erfordert.

 

Anna: Welches waren die wichtigsten Meilensteine deiner bisherigen Karriere?

 

Yelizavyeta: Die wichtigsten Meilensteine sind neue Kontakte. Jede neue Bekanntschaft oder Freundschaft, die man knüpft, bringt einen irgendwann ein Stück weiter. Das, was einen beschäftigt, zieht man irgendwie auch automatisch an.
Natürlich ist auch jede Ausstellung ein großer Meilenstein. Hinter jeder einzelnen steckt so viel Vorbereitung.

 

Anna: Welches waren bisher die schönsten Momente?

 

Yelizavyeta: Die Ausstellung selber ist der schönste Moment. Man ist so gespannt und es fühlt sich immer an, als ob man das erste Mal dabei ist. Es ist egal, wie klein oder groß die Ausstellung ist oder ob es eine Messe mit zwei bis drei Bildern ist. Es ist immer sehr aufregend, wenn Leute auf mich zukommen und sich für mich interessieren. Das wirst du sicherlich bei deiner Ausstellung auch merken.

 

Anna: Welches waren bisher die aufregendsten Momente?

 

Yelizavyeta: Eines der aufregendsten Momente war, als eine Art Agency auf mich zukam. Wir lernten uns auf einer Messe kennen und einige Monate später bekam ich dann den Anruf. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und schon am Nachmittag kamen sie dann, um mein Bild abzuholen, um eine Kampagne zu machen. Ein sehr wertvoller Kontakt, der mich schon seit einem Jahr in meiner Entwicklung begleitet.

 

Anna: Welches waren die herausforderndsten Momente?

 

Yelizavyeta: Das ist auf jeden Fall die Vorbereitung einer Ausstellung oder eines wichtigen Termins. Manchmal ist die größere Herausforderung jedoch, sich selbst aus einem Tief rauszuholen und sich wieder aufzuraffen, um weiter zu machen. Als Künstler ist man auf sich alleine gestellt und hat kein großes Team hinter sich zu stehen. Man hat nur sich selbst, seinen Pinsel und die Farbe.

 

Yelizavyeta’s Beitrag zur Kunst

 

Anna Welche Vision hast du als Künstlerin?

 

Yelizavyeta: Farbenwelten und Frauen sind die Themen, mit denen ich mich beschäftige. Ich mag den starken Kontrast von Farben sehr und ich finde Frauen einfach großartig. Ich bin ein großer Frauenfan und das, was ich mache, soll auch andere Frauen unterstützen. Mein neues Thema „POSTER GIRL“ widmet sich einem neuen Frauenbild, bedingt durch soziale Medien und Öffentlichkeitsdrang.
Was jedoch interessant ist: Männer stehen total auf diese Bilder! Mir folgen mehr Männer auf Instagram, als Frauen und auch wenn ich ausstelle sind hauptsächlich Männer meine Kunden. Es ist interessant, weil ich anfangs dachte ich mache die Kunst vor allem für Frauen.

 

Anna: Was inspiriert dich außer Frauen? 

 

Yelizavyeta: Ich mag Fashion sehr gerne. Es ist das, was mich neben Frauen am meisten inspiriert. Alles was ich mache, basiert auf einem gewissen Fashionlevel. Ich habe letzte Modenschau von Versace gesehen und da waren diese Gesichtsprints, welche mich an meine eigene Arbeit erinnert haben. Ich habe angefangen es zu analysieren und mir war nicht bewusst, dass auch meine Gesichter, die ich male, auf jedem Zeitschriftencover abgedruckt werden könnte.

 

Anna Wann entscheidest du, ob ein Gemälde fertig ist?

 

Yelizavyeta: Wenn ich das Gefühl habe, dass genug Emotion drin ist. Manche Bilder werden nie fertig, obwohl man nichts mehr an ihnen ändern kann. Ich habe beispielsweise eine Serie von Gigi Hadid gemacht. Es sind vier Gemälde mit dem gleichen Gesicht und trotzdem sind alle unterschiedlich gemalt. Nicht nur der Farbauftrag ist anders auch der Stil unterscheidet sich. Ein Bild davon ist zum Beispiel in einer halben Stunde fertig gewesen, bei dem anderen habe ich mehrere Tage gebraucht. Ich kann es also nicht pauschalisieren, ein Werk ist erst dann fertig, wenn es Emotional Impact hat.

 

Anna: Was ist dein größtes Ziel als Künstlerin?

 

Yelizavyeta: Ich habe so viele Ziele! Das größte Ziel ist es natürlich eine top Galerie zu finden. Ich würde sehr gerne mal in New York ausstellen. Einmal in einer ausverkauften Ausstellung zu erleben und Kunden zu haben, die nach noch mehr Bildern fragen, obwohl ich keine mehr habe, das wäre die größte Anerkennung für mich. Ich bewerbe mich jetzt auch international in den Galerien und New York wäre auf jeden Fall das Ziel!

 

Weiteres über die Kunstszene

 

Anna: Welche Ausstellung hast du als letztes besucht?

 

Yelizavyeta: Das war eine Ausstellung von El Bocho in der Raab Galerie. Er ist ein Graffiti Künstler und bekannt für seine Street Art. Er malt auch Frauen.
Vor einiger Zeit war ich im Literaturhaus in der Fasanenstraße. Ich saß da, schaute in den zweiten Raum rüber und da hing dieses riesen Bild mit einem Frauengesicht darauf. Ich dachte mir einfach nur: Wow ist das geil! Mir wurde gesagt, dass der Künstler El Bocho heißt, also bin ich hin und habe die Galeristin kennengelernt. Er hat mich wieder daran erinnert, dass ich schon immer gerne Gesichter gemalt habe.

 

Anna: Gibt es ein/e klassische/n Künstler/in, die du am meisten magst?

 

Yelizavyeta: Jackson Pollock und Andy Warhol finde ich klasse. Das sind Künstler, die neue Sachen ausprobiert haben. Ihre Kunst ist bis heute geblieben und wird immer noch als großartig empfunden. Bei Vincent van Gogh zum Beispiel finde ich den pastösen Farbauftrag und die Farbintensität sehr toll. Es ist inspirierend, dass man das gemalte nicht nur sieht, sondern auch fühlen kann.

 

Anna: Wenn du etwas in der Kunstwelt ändern könntest, was wäre es?

 

Yelizavyeta: Ich finde Kunst muss mehr im öffentlichen Raum stattfinden. In Berlin gibt es unzählige Künstler und mehr als 400 Galerien. Wir sitzen hier und die Kunst fällt nirgends auf (Savignyplatz). Ich finde in Berlin wird Kunst einfach zu wenig gelebt. Ich war zum Beispiel in Singapur und da gibt es an jeder Ecke der Stadt Kunstwerke. Der Umgang mit Kunst ist hier einfach zu wenig präsent. Es findet alles in geschlossenen Räumen statt. Ich sitze auch den ganzen Tag in meinem Atelier hinter verschlossenen Räumen und keiner sieht, was ich mache. An Galerien laufen die meisten Menschen vorbei, weil sie Angst haben reinzugehen.

Die Kunst gehört einfach nach draußen!

 

 

 

My interview for Anna Schiller Art and her blog "Women In Art"

Yelizavyeta presents a new view

"There are many personalities, inspirational artists and hidden artistic treasures that are discovered daily and from which you can learn a lot. The exchange between artists is playing a great part and very important to me personally. Each of us has our own style and personality which it projected on the canvas, yet one thing unites us: art.
Recently I became aware of a special artist from Berlin.
Yelizavyeta – known for her abstract and figurative representations. The works of the native Ukrainian are characterized above all by contrasting, dynamic colors and realistic painted faces of prominent women, which can be seen in her current series of paints called POSTER GIRL. 
In an interview, I was had the opportunity to get to know her more ask her about her path, her vision and her inspiration for art. An interesting artist and fascinating woman. That's exactly what belongs to my column art insights." (Anna Schiller Art www.annaschillerart.com)

Anna: How would you describe your journey as an artist?

Yelizavyeta: I studied art in the Ukraine and industrial engineering in Germany and during my daily life in Berlin I just started painting again and made my own website. After a while the first request came via Facebook and I suddenly had the opportunity to exhibit for the first time with a couple of paints in a gallery. That was pretty exciting, especially because this is how I sold my first work. After that I spent two weeks in Venice with the next exhibition. I quickly got in contact with another gallery owner and two months later I did my solo exhibition.

Anna: At the beginning you were still working alongside organizing your exhibitions. How was it to balance a job and art?

Yelizavyeta: It was not easy. In addition to my job, I still had night shifts at home. It was like a kind of double life, but on a positive stress level which was fun! Then came my first solo exhibition, which was half sold out. That pushed me so much that I decided to go further. After the first fairs and my first print edition, I realized that it only makes sense to focus on my art. I've given up my old job and have been working on my art for a year now. I felt like I had to go this way, although it requires a lot of strength and initiatives from me.

Anna: What were the most important milestones in your career so far?

 

Yelizavyeta: The most important milestones are new contacts. Any new acquaintance or friendship that you make brings you one step further. Something that attracts you, you also attract somehow automatically.

Of course, every exhibition is a great milestone. There is so much preparation behind each one.

 

Anna: Which were the best moments so far?

 

Yelizavyeta: The exhibition itself is the best moment. You are so excited and it always feels like you are doing it for the first time. It does not matter how small or large the exhibition is or whether it is a fair with two or three paints. It is always very exciting when people come to me and are interested in me. You will certainly notice that in your exhibition.

 

Anna: Which have been the most exciting moments so far?

 

Yelizavyeta: One of the most exciting moments was when some sort of agency approached me. We got to know each other at a fair and a few months later I got the call. I did not expect it at all and then in the afternoon they came to pick up my paints o make a campaign. A very valuable contact who has accompanied me for a year in my development.

 

Anna: Which were the most challenging moments?

 

Yelizavyeta: This is definitely the preparation of an exhibition or an important appointment. However, sometimes the bigger challenge is getting yourself out of the depths and to continue with or move on. As an artist you are on your own and do not have a big team behind you. You only have yourself, your brush and the paint.

 

Anna: What is your vision as an artist?

 

Yelizavyeta: The world of color worlds and women are the topics I deal with. I really like the strong contrast of colors and I just love women. I am a big fan of women and what I do is to support other women as well. My new topic "POSTER GIRL" is dedicated to a new image of women, conditioned by social media and publicity.

What is interesting though: men are totally into these paints! I have more male followers on Instagram than female and on my fairs I have mainly men as clients. It's interesting because at first I thought I was doing the art especially for women.
Anna: What inspires you beside women?

Yelizavyeta: I really like fashion. It's what inspires me most besides women. Everything I do is based on a certain fashion level. I recently saw last fashion show of Versace and there have been those face sprints that reminded me of my own work on the clothes. I started analyzing it and until that moment I was not aware that my painted faces could also be printed on any magazine cover.

 

Anna: When do you decide if a painting is ready?

Yelizavyeta: When I feel like there's enough emotion in it. Some pictures never get finished, although you cannot change them anymore. For example, I made a series by Gigi Hadid. There are four works with the same face and yet all are painted differently. Not only the color is different and the style is different. For example, one canvas of the series was ready in half an hour, with the other I needed a couple days. So I cannot generalize it, every paint is only finished when it has enough emotional impact.
Anna: What is your biggest goal as an artist?

Yelizavyeta: I have so many goals! The biggest goal is to work with a top gallery. I would love to exhibit in New York. Having a sold-out exhibition and having customers asking for more paints, even though I run out of canvases, this would be the greatest recognition for me. I apply now internationally in the galleries and New York would definitely be the destination!

 

Anna: Which exhibition did you visit last?

 

Yelizavyeta: That was an exhibition by El Bocho at the Raab Gallery. He is a graffiti artist and known for his street art. He also paints women.

Some time ago I was in the Literaturhaus in Fasanenstr., Berlin. I sat there, looking over into the other room and there was this huge paint with a woman's face on it. I just thought: Wow that's cool! I was told that the artist's name is El Bocho, so I went and met the gallery owners. He reminded me again that I always liked to paint faces.

 

Anna: Is there a classic artist you like the most?

Yelizavyeta: I think Jackson Pollock and Andy Warhol are great. These are artists who have tried new things. Their art has remained until today and is still perceived as great. For Vincent van Gogh, for example, I find the pasty paint application and the color intensity very nice. It is inspiring that you can not only see the painted, but also literally feel it.

Anna: If you could change something in the art world, what would it be?

 

Yelizavyeta: I think art has to take place more in public space. In Berlin there are countless artists and more than 400 galleries. We are sitting here and the art is nowhere to be noticed (Savignyplatz). In Berlin, art simply does not live enough outside the own doors. For example, I was in Singapore and there is art at every corner of the city. Dealing with art is simply not very present here. Everything takes place in closed rooms. I also spend all day in my studio behind closed rooms and no one sees what I do. At galleries most people pass by because they are afraid to enter. Art exists to be made outside!

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